| Bewertung |
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| Veröffentlichung | 22.01.2010 |
| Highlights | Lovesick // Baby Can't Stop // Looking For What |
| Genre | (Space-)Disco // Pop // Funk |
| Sounds Like | Lindstrøm & Prins Thomas // Prince // Solale // Can |
Hans-Peter Lindstrøm ist der Mann aus Norwegen, von dem das bisher größte Konsens-Elektroalbum der Helga-Redaktion in den letzten Jahren stammt (das diesjährige Four-Tet-Album mal ausgenommen). Kein Wunder, denn was er vor zwei Jahren mit 'Where You Go I Go Too' auf den Plattenmarkt warf, war schon ganz großes Kino. Eine 28-minütige Space-Disko-Eskapade bediente sich mit zwei weiteren Tracks am Krautrock. Der Clou war hierbei: Lindstrøm wollte Musik zum Tanzen machen, am besten jedoch funktionierte und funktioniert die Platte, auch heute noch, in den eigenen vier Wänden oder durch die Klangmuscheln großer Ohrhörer – über jene Kanäle jedenfalls, in denen das Abgeschottet-Sein ohnehin vorausgesetzt ist.
Im letzten Jahr vermengte er seine Skills erneut mit seinem Kumpel Prins Thomas in einer Platte gewordenen Jamsession, die schon weit weniger elektronisch war als seine Soloplatte im Vorjahr. Und in diesem Jahr? Nunja, seine epischen Nicht-Songs hat er zugunsten von Strukturen aufgegeben, seine Experimente mit Musik, um die andere gerne mal den ein oder anderen Bogen machen, nicht. So trieft 'Real Life Is No Cool' geradezu vor Cheesiness und man ist hin- und hergerissen ob der Ambivalenz zwischen Verbeugung und Augenzwinkern. Zwischen den Zeilen klingen Can und Kraftwerk ebenso an wie die Jackson 5 oder Prince, um nur ein paar jener Einflüsse zu nennen, die einem nicht peinlich sein müssen.
Aus den Gegebenheiten bastelt Lindstrøm jedenfalls erneut ein Dance-Album, das maßgeblich durch Christabelle (a.k.a. Solale) das Suffix 'Pop' erhält. In keiner Sekunde entgeht der Aufmerksamkeit der skandinavische Akzent in der englischen Sprache, der auf 'Real Life Is No Cool' nicht zum ersten Mal eine enorme Anziehung entwickelt. 'Looking For What' verstört als Opener zunächst durch die Vokalakrobatik, die Christabelle verstörend gut in Szene setzt und mit Hilfe derer Matias Aguayo bereits im letzten Jahr eine ganze Platte zusammenschraubte.
Der Pop, den Lindstrøm in der Form zum ersten Mal gefunden hat, drängt sich im Laufe der Platte nicht auf, sondern hält sich dezent im Hintergrund. So und nicht anders hätte man den Sound bereits vorher prognostizieren können, der sich ergibt, wenn Soul und Funk auf die Space-Disko des Norwegers treffen. Und man stellt sich jetzt schon die schönen Menschen vor, die zu „Lovesick“ oder „Baby Can't Stop“ ihr durch ein Band gebändigtes Haar lasziv durch die Luft schwingen lassen und dabei apathisch-hedonistisch in die Nacht tanzen.












