| Bewertung |
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| Veröffentlichung | 20.11.2009 |
| Highlights | Sam Sparro – 21st Century Life // Chromeo – Waiting For You // Santigold – Lights Out |
| Genre | Disco // Funk // RnB // House |
| Sounds Like | Chromeo // Erlend Oye // Sam Sparro // Busy P |
Um das Label Ed Banger war es in letzter Zeit vergleichsweise ruhig. Wie sollte auch das Jahr 2007, indem insbesondere Justice ihr überaus erfolgreiches Debütalbum auf eben jenem französischen Label veröffentlichten, getoppt werden? Neben dem angesprochenen Duo ist auch DJ Mehdi, der übrigens im selben Jahr sein letztes Studioalbum „Lucky Boy“ auf den Markt brachte und sich tendenziell eher sanfteren Tönen verschreibt, eines der Aushängeschilder von Ed Banger. „Red, Black & Blue“ heißt sein Werk, das nunmehr neu in den Plattenläden steht. Ein neues, „vollwertiges“ Studioalbum ist es allerdings nicht, sondern vielmehr ein Vorgeschmack auf selbiges, in Form eines Remix-Sets. Zahlreiche Protagonisten aktuell angesagter Indie- und Dance Music, wie beispielsweise Architecture in Helsinki, Sam Sparro, Santigold, Chromeo und CSS, sowie einige Vertreter aus R&B, Disco und Soul ließen DJ Mehdi dafür die Ehre zuteil werden, sich an ihren Tracks zu versuchen.
Den Anfang macht allerdings eine Kollaboration zwischen DJ Mehdis Labelkollege Busy P und dem Rapper Murs, die Party-Rap mit männlichen Geschlechtsteilen „as big as Texas“ auf Großraumdisco-Niveau zum besten gibt. Dass DJ Mehdi als Hip-Hop-affiner Vertreter seines Fachs und langjähriger Rap-Produzent auch einschlägige Tracks mit ins Set nimmt, sollte einleuchten. Ein etwas weniger prolliger Einstieg wäre aber trotzdem wünschenswert gewesen. Ein Sample aus DJ Mehdis eigenem Song „Lucky Girl“ führt im Folgenden in das „tatsächliche“, also deutlich homogenere Remix-Set über. Tracks wie Staygolds „Justify“ und Cassius' „Feeling For You“, die man zumindest als Samples typischerweise aus dem Club kennt, bekommen, falls sie es nicht sowieso im Original bereits haben, ein funky Disco-Gewand übergezogen - ebenso Sam Sparros „21st Century Life“, dessen Remix sich nicht bis auf den noch exaltierteren, unwiderstehlichen Funky Bass nicht besonders weit vom Original entfernt.
Teilweise werden aber auch weniger groovige Töne angeschlagen. So beispielsweise bei der basslosen Interpretation von Architecture in Helsinkis „In Case We Die“. Vom Original sind nur noch die Anfangsakkorde sowie diverse Vocal-Samples übrig. Das klingt zunächst attraktiv, ist es aber weder für den privaten Hörer (das Original ist um Längen besser) noch für die Tanzfläche, da die Bassdrum keine Power hat und sich zudem für einen zu nervösen Beat entscheidet. Die Stärken von DJ Mehdi sind sicherlich eher in der Funky-House-, Disco- und RnB-Ecke anzusiedeln. Nicht überraschend ist mit Chromeos „Waiting For You“ ein Track eines Interpreten, der sowieso grob diesen Genres zuzuordnen ist, die Basis für den besten Remix auf der Platte. Auch stark ist die Neuauflage von Santigolds „Lights Out“, die beim ersten Hören zunächst langweilt, aber gewaltiges Wachstumspotential offenbart.
„Red, Black & Blue“ ist ein Remix-Set mit einem insbesondere unter DJs breiten Adressatenkreis. Wo findet man schon Platten, die für allerhand verschiedene Arten von Clubs gleichermaßen etwas zu bieten haben? Von der Indiedisco über den House-Club bis hin zum mainstreamigeren RnB-und Soul-Schuppen – irgendetwas Passendes hat DJ Mehdi immer auf Lager. Nicht alle Tracks eignen sich allerdings auch tatsächlich für die Tanzfläche. Auf den Hörer zu Hause (in Person des Rezensenten) dagegen will der Funke nicht wirklich überspringen. In jedem Fall darf man gespannt sein auf DJ Mehdis nächstes Studioalbum.












