| Bewertung |
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| Veröffentlichung | 25.09.2009 |
| Highlights | Coward // Chinaberry Tree // Philip Guston |
| Genre | Folk // Postrock |
| Sounds Like | A Silver Mt. Zion // 16 Horsepower // Johnny Cash |
Zwei Jahre ist es her, da erschien „North Star Deserter“, ein Album des hierzulande bislang weitgehend unbekannten Singer/Songwriters Vic Chesnutt. Dass der nach einem Autounfall an den Rollstuhl gebundene zuvor bereits ein gutes Dutzend Alben herausgebracht hatte, wussten ebenso die wenigsten. „North Star Deserter“ jedoch war anders, denn als Band zum Album fungierten die Postrockheroen A Silver Mt. Zion, sowie Ex-Fugazi-Mitglied Guy Piccioto. Das Ergebnis war die perfekte Verbindung der markanten Stimme Chesnutts und der apokalyptischen Klanglandschaften von A Silver Mt. Zion. Songs wie „Debriefing“ stellten endlose Ritte über Höhen und Tiefen dar. Nun erscheint „At The Cut“, ein zweites Werk in gleicher Konstellation.
Dieses Mal allerdings ist einiges anders. Zwar setzt „Coward“ die Tradition des Bombastes, den episch vertonten Niedergang, dem sich A Silver Mt. Zion seit einiger Zeit verschrieben haben, fort. Chesnutts Stimme, die zerbrechlich, rau und geschunden klingt, passt auch hier wieder perfekt. Wenige Sekunden später folgt mit „When The Bottom Fell Out“ der Antipol zur Apokalypse. Spärlich, von wenigen sanften Akkorden begleitet, besingt Chesnutt kratzig den fallenden Untergang samt Aufprall. „Chinaberry Tree“ macht wieder deutlich, dass es sich wieder um ein knapp zehnköpfiges Kollektiv an Musikern handelt, die ihren Teil zum Gesamtsound beitragen, ohne jedoch in den brachialen Überschwang an Tönen zu verfallen, den „Coward“ in den ersten Minuten verkündete.
Dezent in Szene gesetzt sind auch „Chain“ und „We Hovered With Short Wings“. Wieder bildet Chesnutt den alleinigen Mittelpunkt des Geschehens, auffälligste Begleiterscheinung ist ein permanentes Rauschen. „Philip Guston“ sorgt wieder für etwas mehr Abwechslung und reißt das Steuer gerade noch einmal herum, als das Album droht, in gefällige Jammermusik abzudriften. Deutlich sticht hierbei die musikalische Nähe zu Bands wie 16 Horsepower und Wovenhand hervor. Während man über die meiste Zeit das Gefühl hat, eine doch sehr in Moll verfasste Platte vor sich zu haben, überrascht „Flirted With You All My Life“ dadurch, eine lebensbejahende, nahezu fröhliche Ballade zu sein. Die abschließenden Stücke sind jedoch wieder in typischem Vic-Chesnutt-Stil verfasst, eine instrumentale Gitarre und den vom Leben gezeichneten Sänger als Hauptbestandteile der Songs. Leider kann „At The Cut“ nicht ganz das Niveau des Vorgängers halten. Zu oft hält sich das Musikerkollektiv im Hintergrund. Dennoch hat das Album mehrere starke, mit „Coward“ sogar einen Übersong, so dass sich Fans verschiedenster Richtungen – sei es Folk, Singer/Songwriter, Postrock - ruhig die Zeit nehmen sollten, sich mit diesem Album zu befassen. Und mit dessen Vorgänger sowieso.












